Die Hallen-Weltmeisterschaft in Valencia kann der deutsche Leichtathletik-Verband getrost vergessen. Ohne eine einzige Medaille kehren die deutschen Leichtathleten von der Weltmeisterschaft zurück.
Selbst bei der schon als schlecht eingestuften Weltmeisterschaft in Moskau vor zwei Jahren errang man immerhin drei Medaillen und nun dieses Fiasko. Die beiden als Favoriten eingestuften Athleten Ariane Friedrich und Tim Lobinger enttäuschten auf der ganzen Linie. Friedrich wurde mit einer Höhe von 1,93 Meter Achte im Hochsprung, während Tim Lobinger mit einer Höhe 5,70 Meter im Stabhochsprung Fünfter wurde. Im auf hohem Niveau geführten Wettkampf gewann Jewgeni Lukjanenko aus Russland mit der Weltjahresbestleistung von 5,90 Meter vor Brad Walker (USA) mit 5,85 Meter und Steven Hooker aus Australien mit 5,80 Meter.
Wesentlich besser machte es die Russin Jelena Sobolewa. Sie lief über 1.500 Meter einen neuen Weltrekord mit 3:57,71 Minuten. Finanziell wurde sie für diesen Rekord ausreichend entschädigt mit einer Siegprämie von 40.000 US-Dollar und einer Rekordprämie von 50 000 Dollar.
Weil für die meisten Athleten die Olympischen Spiele im Vordergrund stehen, hatte der DLV generell nicht mit einem großen Erfolg gerechnet, aber dass man vollkommen ohne Medaille aus Valencia abreist, kann man durchaus als Fiasko werten.
Eigentlich wollte der Deutsche Leichtathletik Verband mit 16 Athleten in die Hallen-Weltmeisterschaft starten, muss aber mit der verletzungsbedingte Absage vom Leichtathleten des Jahres Danny Ecker sowie einer leichten Verletzung von Hochspringerin Ariane Friedrich weitere Hiobsbotschaften verkraften.
Die Hallen-Weltmeisterschaft der Leichtathleten, die am heutigen Tage eröffnet wird, könnte zu einem Fiasko für den DLV werden. Sollte mit der Deutschen Meisterin Ariane Friedrich eine weitere Medaillenhoffnung ausscheiden, wird wohl das angestrebte Ziel von drei WM-Medaillen in weite Ferne rücken. Die Hochspringerin hatte beim Sportfest in Weinheim erstmals die Höhe von 2,02 Meter in diesem Jahr überwunden und sich damit in den Kreis der Favoriten geschoben. Allerdings gibt die Athletin bei Eurosport zu denken, dass: „Was viele nicht wissen ist, dass ich mich in Weinheim verletzt habe. Ich bin da bei meinem Versuch über 2,05m extrem schlecht gelandet und habe mir zwei, drei Stauchungen und Einblutungen in der Wirbelsäule zugezogen.”
Zwar haben die Stabhochspringer mit Tim Lobinger einen weiteren Favoriten in ihrem Kreis, allerdings hätte Danny Ecker durchaus für ein erfolgreiches Abschneiden bei der WM sorgen können.
Einen ersten Erfolg kann der DLV auch schon verbuchen, denn Kugelstoßer Peter Sack kam gleich im ersten Versuch auf 20,27 Meter und qualifizierte sich für das Finale am Abend.
Nur noch knapp zehn Tage dauert es noch bis zur Hallenweltmeisterschaft in Valencia. Der deutsche Leichtathletik Verband hat zehn Männer und sechs Frauen für das Event in Spanien nominiert, prominenteste Vertreter sind Stabhochspringer Tim Lobinger und Hochspringerin Ariane Friedrich, die beide am vergangenen Wochenende den deutschen Meistertitel in der Halle erringen konnten.
Vom 7. bis zum 9. März werden in Valencia Frauen und Männer aus allen Erdteilen um die Titel in den verschiedenen Disziplinen kämpfen unterm Hallendach kämpfen. Allerdings verzichten viele erfolgreiche Sportler auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft, weil die Olympischen Spiele in diesem Jahr absolute Priorität genießen. So werden unter anderem der Kugelstoßer Ralf Bartels, die Hürdenläuferin Kirsten Bolm, der 400 m-Läufer Bastian Swillems oder die Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf auf einen Start in Valencia verzichten.
Der leitende Bundestrainer Jürgen Mallow äußerte sich trotz der vielen Absagen optimistisch und hofft, trotzdem ein paar Medaillen zu gewinnen. Die größten Hoffnungen liegen hierbei auf den beiden Stabhochspringern Tim Lobinger und Danny Ecker. Zwar gewann Lobinger am Wochenende die Deutsche Meisterschaft, aber beide überquerten die Höhe von 5,80 Meter und können sich durchaus Chancen ausrechnen, bei der Medaillenvergabe eine entscheidende Rolle zu spielen.
Ähnlich verhält es sich bei Ariane Friedrich. Die 23jährige sicherte sich ebenfalls den Deutschen Meistertitel und kann auch international erste Erfolge nachweisen. Die Sportlerin der LG Eintracht Frankfurt möchte nun auch bei der Weltmeisterschaft für Furore sorgen.
Vor einer Woche beim Meeting in Stuttgart war sie noch knapp an der alten Bestmarke über 60 Meter Hürden gescheitert, doch nun beim Meeting in Karlsruhe siegte Susanna Kallur mit 7,68 Sekunden und stellte einen neuen Weltrekord auf.Die schwedische Ausnahmesprinterin knackte damit den Uralt-Rekord von Ludmilla Naroschilenko aus dem Jahr 1990.
Die 26jährige Europameisterin aus Schweden verbesserte die alte Bestemarke 0,03 Sekunden und gilt nun auch als eine der größten Hoffnungen Schwedens auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen in diesem Sommer.
Susanna Elisabeth Kallur wurde in Huntington in den USA geboren, ist aber eine schwedische Leichtathletin. Ihr Vater, Anders Kallur, spielte zu dieser Zeit als Eishockeyspieler bei den New Islanders. Ihr größter Erfolg bisher war der Sieg bei den Europameisterschaften 2006 im heimatlichen Göteborg, wo sie sich über 100 Meter Hürden den Titel sichern konnte. In 12,59 Sekunden begeisterte sie das heimische Publikum mit einem fantastischen Lauf. Bei den
Halleneuropameisterschaften in Madrid 2005 und Birmingham 2007 gewann sie zudem Gold über die 60 Meter Hürden. Etwas enttäuscht war Kallur bei den Weltmeisterschaften im japanischen Osaka, wo sie nur den bitteren vierten Platz belegte, obwohl sie nur 0,05 Sekunden hinter der Siegerin Michel Perry landete.
Das große Ziel in diesem Jahr sind natürlich die Olympischen Spiele in Peking, wo sie gern eine Medaille gewinnen würde. Dafür trainiert die 1,70 Meter große Athletin im heimatlich Falun mit großem Aufwand und Fleiß.
Am vergangenen Wochenende trafen sich die Leichtathleten zum Hallen-Meeting in Stuttgart und konnten mit einigen guten Leistungen auf sich aufmerksam machen. Die Schwedin Susanna Kallur und der Kubaner Dayron Robles schrammten dabei ganz knapp am Weltrekord vorbei.
Kallur lief dabei vor 7.500 Zuschauern in Hans-Martin-Schleyer Halle die zweitschnellste jemals gelaufene Zeit über die 60 Meter Hürden. Mit 7,72 Sekunden lag sie nur knapp unter dem Weltrekord aus dem Jahr 1990 der Russin Ludmilla Naroschilenko, die seitdem den Rekord mit 7,69 Sekunden inne hat. Ebenso erging es dem 21jährigen Dayron Robles, der über die gleiche Strecke mit 7,36 Sekunden erfolgreich war und dabei nur sechs Hundertstel über der Zeit von Colin Johnson aus dem Jahr 1994 lag. Damit gehören die 60 Meter Hürden zu den Top-Laufstrecken der Schwedin, die auch über den 100 Meter Hürden bei Olympia auftrumpfen möchte.
Enttäuschend war die Bilanz der hoch gehandelte deutschen Stabhochspringer, denn weder Leichtathlet des Jahres Danny Ecker noch Tim Lobinger wussten zu überzeugen. Während Lobinger mit 5,70 Meter noch Vierter wurde, überquerte Danny Ecker nicht einmal die Einstiegshöhe von 5,45 Meter. Den Sieg sicherte sich der Russe Jewgeni Lukjananko mit einer Höhe von 5,81 Metern.
25.000 Euro waren für den Hallen-Weltrekord über 3.000 Meter vom Veranstalter Alain Blondel ausgelobt worden, doch Olympiasiegerin Meseret Defar blieb mit 8:27,93 Minuten klar über der Bestmarke von 8:23,72 Minuten. Die äthiopische Langstreckenläuferin hatte den Rekord selbst vor einem Jahr beim Laufen an selber Stelle aufstellen können.
Alles in allem war das Meeting ein großer Erfolg in Stuttgart, wo die Zuschauer teilweise Weltklasseleistungen zu Gesicht bekamen.