Der Olympia-Fünfte im Weitsprung bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, Kofi Amoah Prah ist wegen Dopings vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für zwei Jahre gesperrt worden. Prah wurde am 5. Juli in Nürnberg bei den Deutschen Meisterschaften positiv auf Kokain und Methylecgonin getestet.
Der deutsche Meister aus dem Jahre 2000 hatte in dem anschließenden Überprüfungsverfahren mehrfache Anschreiben an ihn nicht von der Post abgeholt und damit das Verfahren hinausgezögert. Somit konnte der Zugang dieser Information über eine vorläufige Wettkampfsperre dem Athleten erst nach dem 31. August nachgewiesen werden.
Der Weitspringer bestritt an diesem Tag aber einen Wettkampf in Elstal. Sein Ergebnis wurde vom DLV annulliert und die Preisgelder werden von ihm zurückgefordert. Kofi Amoah Prah ist unmittelbar nach diesem Wettkampf vom Leistungssport zurückgetreten.
Tim Lobinger hat den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) stark angegriffen. Der deutsche Stabhochspringer wünscht sich auf seiner Internet-Präsenz einen Wechsel beim DLV.
“Nach den neuesten Entscheidungen und den letzten zwölf Monaten Verbandsführung ist die Rolle des stillen Beobachters einfach nicht mehr zu ertragen. Denn so geht die deutsche Leichtathletik in Rekordzeit zu Boden”, schrieb Lobinger in dem Beitrag, der nach seinem Ausscheiden in der Qualifikation bei den Olympischen Spielen in Peking seinen Platz im Top Team verloren hatte.
Bezüglich der Umstrukturierung der DLV-Führungsspitze nach dem schlechten Abschneiden der deutschen Leichtathletik-Mannschaft in Peking fand Lobinger harsche Worte: “Jürgen Mallow, Hauptverantwortlicher der Umstrukturierung der letzten vier Jahre, bekommt nach dem schlechtesten Abschneiden einer deutschen Mannschaft seit den ersten Olympischen Spielen 1896 direkt eine Beförderung vom Cheftrainer zum Sportdirektor.”
Der Vize-Europameister hat angeblich mit mehreren Trainern und Athleten gesprochen, die seiner Meinung sind. “Und das Fazit bezüglich der beschlossenen Änderungen im DLV ist vernichtend. Viele wünschen sich einen ähnlich konsequenten Personalwechsel wie in den USA und England nach einem schlechten Abschneiden bei den Olympischen Spielen”, so der 36-Jährige.
Mit sportlichen Leistungen konnte er in letzter Zeit nicht so aufwarten, wie mit seiner Stimme. Lobinger wurde in diesem Jahr zwar deutscher Meister, aber bei der WM 2007 im japanischen Osaka erreichte er nur Platz acht und in Peking beendete er als schlechtester deutscher Stabhochspringer den olympischen Wettkampf.
Die Königin der Lüfte hat sich eigens eine Pause verordnet. Wie die Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa bekannt gab, wird sie in der kommenden Hallen-Saison auf alle Starts verzichten. Der Trainer der Olympiasiegerin hat für die Maßnahme eine logische Erklärung.
“Jelena trägt eine doppelte Belastung. Von ihr werden nicht nur Siege, sondern auch Weltrekorde erwartet”, sagte ihr Trainer und ergänzte: “Wir nutzen den Winter zur Regeneration.” Bis zum 15. November wird Issinbajewa die Füße hoch legen, bevor sie am 15. November wieder mit leichtem Training beginnen will.
Für die 26-Jährige geht somit schon vorzeitig eine erfolgreiche Saison 2008 zu Ende, die durch ihre Auszeichnung zur Leichtathletin des Jahres gekürt wurde. Insgesamt 23 Weltrekorde verzeichnete Issinbajewa, wobei ihre aktuelle Bestleistung bei 5,04 Meter liegt.
Doch gänzlich muss auf ihre Flugkünste in der Hallen-Saison nicht verzichten werden. Im Februar will die Russin bei einem finanziell lukrativen Einladungs-Wettkampf in der Ukraine an den Start gehen.
Jelena Issinbajewa hat die Früchte ihrer Arbeit eingesammelt und wurde zur „Europas Leichtathletin des Jahres“ gekürt. Für die Stabhochspringerin ist es die zweite Auszeichnung, nachdem sie bereits 2005 mit dem Titel ausgezeichnet wurde.
Dass die Wahl berechtigt ist, beweist ein Blick auf die abgelaufene Saison. Bei den Olympischen Spielen hat die 26-Jährige die Goldmedaille gewonnen, im März wurde sie in Valencia Hallenweltmeisterin und zudem konnte sie insgesamt viermal den Weltrekord in der Halle und unter freien Himmel verbessern.
Auf dem zweiten Platz landete die Speerwurf-Weltrekordlerin Barbora Spotakova aus Tschechien vor Tia Hellebaut aus Belgien. Die Hochspringerin gewann in Peking überraschen Gold. Für Vorjahressiegerin Blanka Vasic hat es hingegen nur für den vierten Platz gereicht. Zwar konnte die Kroatin in über 30 Meetings in Serie gewinnen, doch bei Olympia musste Vasic mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen.
Speerwerfer Alexander Vieweg und Stabhochspringerin Carolin Hingst haben sich beim letzten Sportfest der Freiluft-Saison im südkoreanischen Daegu in guter Spätform präsentiert. Das Duo landete in ihren Wettkämpfen jeweils auf dem zweiten Platz.
Vieweg warf den Speer im dritten Versuch 81,98 Meter weit. Für den U-23-Europameister war es die drittbeste Weite dieser Saison, musste sich dabei aber dem Favoriten Tero Jervenpaa geschlagen geben. Der Finne, der in dieser Saison den Speer regelmäßig über die 80 Meter fliegen ließ, setzte sich mit 84,43 Metern klar durch.
Auch Hingst musste sich nur der großen Favoritin Elena Issinbajewa geschlagen geben. Während die 28-Jährige mit überquerte 4,55 Metern auf dem zweiten Platz landete, gewann die Weltrekordhalterin und Olympiassiegerin aus Russland mit 4,60 Meter.
Zwei Meeting-Rekorde konnten bei den 400 Meter Hürden und den 100 Metern bestaunt werden. LJ van Zyl aus Südafrika gewann auf der Hürdenstrecke in 48,72 Sekunden, während der Jamaikaner Nesta Carter die 100 Meter in 10,08 Sekunden für sich entschied.
Beim 4. Internationalen Domspringen in Aachen ist der US-Amerikaner Brad Walker mit den schlechten Witterungsverhältnissen am besten zurechtgekommen und hat als einziger die 5,70 Meter überquert.
Bei niedrigen Temperaturen und immer wieder stark einsetzenden Regen belegte Alexander Straub mit 5,60 Meter den zweiten Platz und verwies Lars Bögerling (5,50 m) auf den dritten Platz. Rang vier im stark besetzten Teilnehmerfeld sicherte sich Fabian Schulze, der wie Bögerling die 5,50 Meter überquerte, sich aber mehr Fehlversuche leistete.
Bei seinem letzten Wettkampf reichte es für Jeff Hartwig für den fünften Platz. Für den US-Amerikaner war aber nach 5,40 Metern Schluss. Der 41-Jährige, dessen Bestleistung bei 6,03 Metern liegt, wird sich endgültig vom Leistungssport zurückziehen. “Trotz des schlechten Wetters war es ein toller Wettkampf und eine super Atmosphäre”, sagte Hartwig, der sich bei den 5.000 Zuschauern auf dem Katschhof für den emotionalen Abschied bedankte. Auf die Frage, warum er seine Karriere ausgerechnet in Aachen ausklingen lassen wollte, antwortete er: “Weil es das geilste Marktplatzspringen der Welt ist.”
Zum Abschluss der Freiluftsaison der Stabhochspringer landeten die beiden Deutschen Danny Ecker (5,40 m) und Tim Lobinger (5,30) auf den Plätzen sechs und sieben.
Das schwache Abschneiden der deutschen Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in Peking kann mit Sicherheit nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Nur eine Bronzemedaille durch Speerwerferin Christina Obergföll steht zu Gute und damit die schwächste Medaillenausbeute seit 104 Jahren. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels.
Denn Deutschlands Stabhochspringer Raphael Holzdeppe wurde eine besondere Ehre zuteil. Der 19-Jährige wurde vom europäischen Dachverband EAA zum besten Nachwuchsathleten des Jahres 2008 gekürt. Ab sofort darf sich der DLV-Hoffnungsträger offiziell als „aufgehender Stern des Jahres“ betiteln. Eine Wahl, die aufgrund Holzdeppes Leistung mehr als gerechtfertigt ist.
Der Springer vom LAZ Zweibrücken hat mit 5,80 Metern den Junioren-Weltrekord des Russen Maxim Tarassow eingestellt und zudem landete er mit überquerten 5,60 Metern bei seinem internationalen Debüt in Peking auf Platz acht.
Danny Ecker hat das internationale Stabhochsprung-Meeting vor dem Dom in Trier gewonnen. Nachdem der 31-Jährige zweimal an der Höhe von 5,50 Metern scheiterte, übersprang er als einziger die Siegerhöhe von 5,60 Metern. Anschließend versuchte er eine neue deutsche Jahresbestleistung über 5,82 Metern hinzulegen, doch dieses Unternehmen war nicht von Erfolg gekrönt.
Den zweiten Platz sicherte sich Eckers Teamkollege vom TSV Bayer 04 Leverkusen Lars Börgerling. Er überquerte ebenfalls wie Alexander Straub die 5,50 Meter, doch Börgerling hatte weniger Fehlversuche vorzuweisen.
Im weiteren Klassement folgten der Südkoreaner Kim Yoo-Suk, Richard Spiegelburg, Hendrik Gruber und Michael Frauen, die allesamt die 5,40 Meter meisterten.
Etwas enttäuschend verlief der Auftritt von Tim Lobinger, der mit 5,20 Metern nur auf dem elften Platz landetet. Deutschlands neue Stabhochspring-Hoffnung und U-20-Weltmeister, Raphael Holzdeppe, war nur als Zuschauer angereist, da er die Saison bereits beendet hat.
Der oberschenkelamputierte Wojtek Czyz sprang bei den Paralympics in Peking zu Gold im Weitsprung. Erst vor sechs Wochen zog sich der Kaiserslauterer einen Mittelfußbruch zu. Gestern erzielte er mit einem 6,50-Meter-Satz Weltrekord.
“Ich hatte dieses Jahr nur zwei Wettkämpfe, nachdem ich zwei Operationen am Stumpf und am Kiefer hatte”, sagte der Sieger, der Anfang des Jahres auch noch mit Pfeiffer’schem Drüsenfieber zukämpfen hatte. Kurz vor Peking wurde auch noch sein Vater schwerkrank. “Ihm widme ich nun dieses Gold”, verkündete der dreifache Paralympics-Sieger von Athen.
Czyz zeigte in Peking “den Wettkampf seines Lebens”. Gleich im ersten Versuch gelang ihm der Weltrekordsprung von 6,50 Meter. “Ich musste volles Risiko gehen und alles in diesen ersten Versuch packen. Ich wusste ja nicht, wie lange der Fuß hält. Zudem hat mich die Stimmung im Vogelnest quasi beflügelt”, meinte der 28- Jährige, der gleich nach der Siegerehrung mit seinem Vater telefonierte. “Zusammen werden wir auch diesen Schicksalsschlag meistern, das Gold wird auch ihn ermutigen”, erklärte Czyz .
Claudia Tonn wird künftig nur noch im Weitsprung an Wettkämpfe teilnehmen. Damit hat sich die 27-Jährige gegen eine Fortsetzung ihrer Karriere als Siebenkämpferin entschieden.
“Diese Entscheidung ist mir wahrlich nicht leicht gefallen, doch schlussendlich habe ich sie selbst getroffen und wurde von niemandem dazu gedrängt. Die Rahmenbedingungen im nächsten Jahr lassen ein professionelles und zielorientiertes Siebenkampftraining nicht mehr zu”, erklärte Tonn. Dafür können zwei Gründe angeführt werden: Zum einen wechselt ihr Trainer Uwe Florcak von Paderborn nach Hamburg, zum anderen benötigt sie mehr Zeit für ihr Studium. Mit dem zeitaufwendigen Siebenkampf-Training wäre das scheinbar nicht unter einen Hut zu bringen.
Im Weitsprung kann Tonn eine Bestleistung von 6,75 Metern vorweisen, die sie aber durch intensives Training weiter verbessern will. Doch erstmal steht die Anpassungsphase nach dem Wechsel an. “Die Hallensaison werde ich mit vielen kleinen Wettkämpfen dazu nutzen, mich in die Rolle als Weitspringerin einzufinden. Im Sommer werde ich dann in der Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin voll angreifen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung und das Weitsprungtraining.”