Franka Dietzsch befindet sich zurzeit in einem tiefen Formloch. Neben gesundheitlichen Problemen, wie Bluthochdruck und Fußschmerzen, kann sie den Diskus gerade an die 60 Meter schleudern.
Viel zu wenig für die 40-Jährige, die die Scheibe schon auf 69,15 Meter warf und eigentlich die 70 Meter anpeilen wollte. Doch davon ist sie weit entfernt. Eigentlich wollte Dietzsch bei den am Wochenende beginnenden Deutschen Meisterschaften einen Befreiungsschlag landen. Doch offenbar ist ihre Teilnahme ungewiss. weiterlesen »
Lars Riedel wird mit sofortiger Wirkung seine Karriere beenden. Der Diskuswerfer muss somit auch auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Peking verzichten, die in 37 Tagen beginnen.
Bei den US-Trails in Eugene, im Bundesstaat Nebraska, wo sich die US-amerikanischen Leichtathleten für die Olympischen Spiele qualifizieren müssen, wurden am Wochenende bestechende Leistungen aufgestellt. Die Sprinterin Torri Edwards lief über 100 Meter Weltjahresbestleistung und Tyson Gay ersprintete über diese Distanz nach einem neuen US-Rekord im Finale eine neue Fabelzeit, die aber wegen zu viel Windes nicht anerkannt wurde. Weltmeister Reese Hoffa konnte sich im Kugelstoßen für Olympia qualifizieren. weiterlesen »
Es ist zwar noch nicht offiziell, aber Lars Riedel wird aller Vorrausicht nach seine erfolg- und ruhmreiche Karriere beenden.
Eigentlich wollte der mittlerweile 40-jährige bei den Olympischen Sommerspielen in Peking noch einmal einen Angriff wagen, doch sein Körper macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Zu groß scheinen seine Rückenprobleme zu sein, um überhaupt jemals wieder in den Diskus-Ring zu steigen.
Spätestens 2009 ist Schluss
“Ich weiß da was, aber das soll er selber sagen”, sagte DLV-Diskustrainer Jürgen Schult. Klingt nicht unbedingt nach einer Fortsetzung von Riedels Karriere. Spätestens im kommenden Jahr ist Schluss. “Das ist definitiv meine letzte Saison. Es wird kein 2009 mit Lars Riedel als Athlet geben”, sagte der Olympiasieger von 1996 höchstpersönlich.
Letzter Wettkampf fast zwei Jahre her
Diesen gab es eigentlich schon 2007 und 2008 nicht. Denn sein letzter Wettkampf-Auftritt liegt eine gefühlte Ewigkeit zurück. Das war am 27. August 2006 – bald zwei Jahre her. Und sollte Riedel trotz seiner Rückenbeschwerden die Peking-Qualifikation meistern, ist ein erfolgreicher Auftritt in Asien ohne Wettkampf-Praxis utopisch. Mag er noch so erfahren sein.
Auch Trainer zweifelt
Sein Trainer beim TuS Saulheim klingt wenig zuversichtlich, was eine Fortführung der Karriere des 1,99-m-Kolosses angeht. “Ich halte mich raus. Es wird bald eine Entscheidung fallen. Alles geht zu Ende. Wir müssen abwarten, wie es weitergeht”, sagte Karl-Heinz Steinmetz.
Riedel sollte, falls nicht schon zu spät, “frühzeitig” den Absprung schaffen. Er war ein ganz Großer seiner Zunft, doch international kann er nicht mehr mithalten. Ein 8. Platz bei der EM in Göteborg 2006 sollte Indiz genug sein.
Rückschlag für den DLV! Ohne Kugelstoßerin Petra Lammert wird der deutsche Leichtathletik-Tross die Reise zu den olympischen Spielen in Peking aufnehmen. Die 24-Jährige stürzte beim Training dermaßen unglücklich, dass sie sich ziemlich schwer am Ellenbogen verletzte.
Lammert wird die nächsten Wochen zwangshalber mit dem Training aussetzen müssen, so dass eine optimale Vorbereitung auf die Sommerspiele nicht gewährleistet ist. Entsprechend macht ein Peking-Start der EM-Dritten keinen Sinn.
“Empfindlicher Rückschlag”
“Dieser Unfall ist ein empfindlicher Rückschlag für unser Olympia-Team, weil Petra Lammert in den letzten Jahren gezeigt hat, dass sie gerade beim Saisonhöhepunkt zuverlässig eine Top-Platzierung erreichen kann”, sagte DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow. “Wir hoffen, dass die anderen deutschen Kugelstoßerinnen diesen Ausfall wettmachen können.”
Penking-Teilnehmer stehen quasi fest
Damit dürfte in erster Linie Nadine Kleinert gemeint sein. Die 32-Jährige konnte immerhin bei den olympischen Spielen 2004 in Athen die Silbermedaille gewinnen und ist nun wieder Deutschlands größte Medaillen-Hoffnung. Zudem konnten in den letzten Wochen Denise Hinrichs und Christina Schwanitz mit guten Weiten deutlich über die Olympia-Norm aufwarten. Das Trio darf sich wohl auch über die Peking-Reise freuen. Denn eigentlich sollte es im Zuge der Deutschen Meisterschaften in Nürnberg zu einem Ausscheidungswettkampf zwischen Lammert, Kleinert, Hinrichs und Schwanitz kommen, aus dem drei Olympia-Teilnehmerinnen ermittelt werden sollten. Das hat sich aber nun erledigt.
Mit seinen gerade einmal 20 Jahren hat Michael Schrader auf dem Weg nach Olympia erst einmal eine Hausmarke hinterlassen. Bei einem Mehrkampf-Meeting in Filderstadt-Bernhausen schaffte Michael Schrader die vom Olympischen Komitee geforderte Olympianorm von 8050 Punkten locker.
Am Ende des Zehnkampfes hatte in Duisburg-Homberg geboren Leichtathlet 8194 Punkte auf seinem Konto und sicherte sich locker den Sieg, dabei lag seine bisherige Bestmarke bei lediglich 7947 Punkten aus dem vergangenen Jahr. Allein sechs persönliche Bestleistungen konnte Schrader dank neuer Trainingspläne bei dem Wettkampf in Filderstadt-Bernhausen erringen. Das gesamte Training wurde im Hinblick auf das große Ziel Peking neu organisiert und abgestimmt. Mit Weiten von 7,51 Meter im Weitsprung, 13,43 Meter im Kugelstoßen, 41,98 Meter im Diskus und 59,07 Meter im Speerwurf konnte einen Großteil der Punkte einheimsen. Die Arbeit mit seinem Laufcoach ermöglichte Zeiten 10,89 Sekunden auf 100 Meter, 48,03 Sekunden auf 400 Meter, 14,56 Sekunden bei den 110 Meter Hürden und 4:26.52 Minuten bei den 1.500 Metern.
Positiver Nebeneffekt dieser guten Leistung war der Eintritt in den legendären Klub der 8000er, eine Marke, die nur von Spitzensportlern durchbrochen wird. Auf diese Leistung kann Michael Schrader wirklich stolz sein.
Bitterer Rückschlag für Mark Frank. Der Speerwerfer muss verletzungsbedingt seine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Peking absagen.
“Die Schmerzen sind im Wurfarm sind zu groß. Es läuft alles auf eine weitere Operation hinaus”, sagte der 30-Jährige und bestätigte damit einen Bericht der “Norddeutschen Neuesten Nachrichten”. Erneut ist der Europacupsieger und WM-Achte von 2005 damit nicht an der Konkurrenz oder an einer Norm gescheitert, sondern wurde von einer Verletzung aus der Bahn geworfen.
Keine Gedanke ans Aufhören
Es ist bereits die dritte Saison in Folge, die der Rostocker körperlich angeschlagen vorzeitig abbricht. Manch anderer hätte längst das Handtuch geschmissen, die Karriere beendet, doch für den Sportsoldaten ist das keine Option, obwohl das letzte Erfolgserlebnis mit dem Sieg bei der Europacup-Qualifikation in Schönebeck fast ein Jahr zurückliegt. “Gedanken ans Aufhören gibt es immer mal wieder in schwierigen Phasen, aber im Moment berührt mich das wenig. Ich bin nicht der Typ, der den Kopf in den Sand steckt, ich gucke nach vorn.”
Und das nächste Ziel hat Frank schon fest im Visier. Bei den Weltmeisterschaften in Berlin im Jahr 2009 will er noch einmal voll angreifen.
So richtig kommen die deutschen Leichtathleten in diesem Jahr noch nicht in Schwung. Nach der völlig verkorksten
Hallenweltmeisterschaft in Valencia, wo der Deutsche Leichtathletik Verband ohne eine einzige Medaille nach Hause fuhr, möchte man sich nun gezielt auf die Olympischen Spiele in Peking vorbereiten.
Eine gute Gelegenheit, um die Form für Olympia zu testen war der Winterwurf-Europacup in Split. Dabei musste sich Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler mit einer Weite von 71,08 Meter mit dem 2. Platz begnügen. Gewonnen hatte überraschend die erst 22-jährigen Polin Anita Wlodarczyk mit einer Weite von 71,80 Meter. Damit blieb Heidler hinter ihren Erwartungen zurück, schließlich hatte die Weltmeisterin bei ihrem Trainingslager in Südafrika schon 72,91 Meter geworfen.
Im Diskuswerfen musste sich der Berliner Robert Harting nur dem Esten Gerd Kanter geschlagen geben. Dieser hatte mit 65,25 Meter eine sehr gute Weite vorgelegt, allerdings war Harting mit seinen 64,34 Meter nicht unzufrieden: „Ich habe noch nie so früh im Jahr so weit geworfen”. Weil auch der Niederländer Rutger Smith auf Platz 3 landete, ergab sich die gleiche Konstellation wie bei den Weltmeisterschaften in Osaka, allerdings würde Harting bei den Olympischen Spielen gerne den Sprung nach ganz oben schaffen.
Die WM-Zweite Christina Obergföll hatte im Speerwurf nichts mit dem siegreichen Ausgang des Wettkampfes zu tun. In Abwesenheit von Europameisterin Steffi Nerius enttäuschten die deutschen Speerwerferinnen.
Roman Šebrle hat in seiner Karriere schon alles gewonnen, trotzdem möchte der König der Leichtathletik auch in diesem Jahr noch einmal nach den Sternen greifen und bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Valencia als auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking den Titel erringen.
33 Jahre zählt Roman Šebrle inzwischen und nach dem Ende dieser Saison möchte der Weltrekordler im Zehnkampf seine aktive Karriere beenden, aber gerade diese Tatsache scheint den tschechischen Ausnahmeathleten noch einmal so richtig zu motivieren, wobei der Schwerpunkt natürlich auf den Olympischen Spielen liegt. Für die Hallen-Weltmeisterschaft sich
Roman Šebrle zumindest eine Medaille vorgenommen: „Mein Ziel kann nur sein, zu gewinnen. Ohne Medaille aus Valencia zurückzukehren, wäre sehr enttäuschend.“ Die langen Jahre, in welchen Šebrle in der Weltspitze agierte, haben Erfahrungen mit sich gebracht, auf die junge Athleten noch nicht zurückgreifen können, trotzdem werden sie versuchen, einen weiteren Triumpf des Königs der Leichtathletik zu verhindern.
Den aktuellen Weltrekord von 9.026 Punkten im Zehnkampf stellte Šebrle bei einem Mehrkampf-Meeting in Österreich auf, wobei er auch gleichzeitig der erste Sportler war, der die magische Schallmauer von 9.000 Punkten durchbrach. Seinen größten Triumph errang er bei den Olympischen Spielen 2004, als er in einem beeindruckenden Zweikampf mit dem Amerikaner Bryan Clay doch noch die Oberhand behielt. Seinen letzten großen Titel holte Šebrle im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft im japanischen Osaka, womit er wirklich alle relevanten Titel der Leichtathletik in seiner Vita verbuchen kann.
Beim Hallen-Meeting in Fayetteville (USA) unterstrich der Weltklasse-Kugelstoßer seine momentan überragende Form und warf die Kugel auf 22,40 Meter. Dies ist die drittbeste jemals unterm Hallendach erzielte Weite und so langsam nähert
sich der 32jährige dem Weltrekord seines Landmannes Randy Barnes von 22,66 Meter. Damit verbesserte sich der Vizeweltmeister des vergangenen Jahres auf den dritten Rang der ewigen Bestenliste und vor liegen nur noch Randy Barnes und Ulf Timmerman.
Dass die weite für ihn nicht ganz unmöglich ist, hat er im Freien bereits nachgewiesen, wo Nelsons Bestmarke bei 22,51 Metern liegt. Der Kugelstoßer hat sich für dieses Jahr besonders viel vorgenommen, denn nach zwei Silbermedaillen in Sydney und Athen soll es diesmal bei den Olympischen Spielen in Peking endlich die Goldene werden. Nur einmal hatte Adam Nelson einen wichtigen Wettkampf für sich entscheiden können, als er bei der Weltmeisterschaft in Helsinki auf dem ersten Platz landete. Ansonsten wurde der charismatische Sportler, der vor seinen Stößen einige Rituale pflegt, bereits zweimal Olympia-Zweiter und dreimal Vizeweltmeister. Von den über 4.000 Zuschauern im Tyson-Center der Universität von Fayetteville wurde er bereits gefeiert, als ob er die Goldmedaille schon gewonnen hätte.
Für ein weiteres Highlight beim Hallenmeeting sorgte Altmeister Allen Johnson (USA) über die 60 Meter Hürden. In 7,60 Sekunden bewältigte der 36jährige die Strecke und macht sich berechtigte Hoffnungen auf Olympia.