Die letzten Hoffnungen für Justin Gatlin in Peking doch noch an den Start zu gehen, sind zerplatzt. Die Klage des amtierenden Olympiasiegers über 100 Meter wurde von einem Gericht in Atlanta zurückgewiesen.
US-Sprinter Justin Gatlin hat bei seiner Absicht, an den Olympischen Spielen starten zu dürfen, erneut einen Rückschlag hinnehmen müssen. Eine bereits erteilte einstweilige Verfügung wurde wieder zurückgezogen, die dem Dopingsünder einen Start bei den Trials in Eugene/Oregon erlaubt hätten. Der 100-Meter-Olympiasieger bleibt noch bis zum 25. Juli 2010 gesperrt. weiterlesen »
Der ehemalige Sprintstar Jerome Young, der lebenslänglich wegen zweier Doping-Vergehen gesperrt wurde, möchte nun auch seine Goldmedaille von der Weltmeisterschaft 2003 in Paris zurückgeben. weiterlesen »
Michael Johnson hat seine Konsequenzen gezogen. Der fünfmalige Olympiasieger kann seinerseits gut auf die Goldmedaille der 4×400-m-Staffel von 2000 verzichten und will sie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zurückschicken.
Grund für seinen Entschluss ist das Doping-Geständnis von Antonio Pettigrew, der in Sydney an Johnson’s Seite die Goldene gewann. “Ich weiß, dass diese Medaille nicht unter fairen Umständen gewonnen wurde und schmutzig ist. Ich fühle mich belogen, betrogen und im Stich gelassen”, schrieb der Weltrekordhalter über 200- und 400-Meter in der englischen Tageszeitung “Daily Telegraph”.
“Ich war naiv”
Der 40-Jährige wolle die Medaille nicht mehr länger im selben Schrank liegen lassen, mit all den anderen, die er im Laufe seiner einzigartigen Karriere gewonnen hat. Aber Johnson übt auch Selbstkritik. Er räumte ein, bei der Verteidigung des Sports gegenüber Doping in den letzten Jahren “naiv” gewesen zu sein.
Umso mehr zollt ihm der Internationale Leichtathletik Verband, IAAF, Respekt. “Mit diesem mutigen Schritt hat Michael eine wichtige Botschaft über die Stellung des Dopings im Sport vermittelt. Michael hat das richtige getan”, sagte IAAF-Sprecher Nick Davies.
Hut ab vor Michael Johnson. Bleibt nur zu Hoffen, dass weitere Athleten seinem Beispiel folgen.
Immer mehr neue Nachrichten über verbotene Dopingpraktiken der USA schießen aus dem Kraut. Nachdem Marion Jones rückwirkend Goldmedaillen aberkannt wurden, droht der Leichtathletik-Nation nun der erneute Verlust von Olympia--Gold und die Aberkennung des 4×400-m-Weltrekords.
Grund ist das Geständnis von Antonio Pettigrew. Der 40-Jährige, der bei den olympischen Spielen in Sydney Staffelgold holte, gab zu, 1997 Dopingmittel von dem “Dealer” Angel Herida bezogen zu haben. Dabei wurde er mit dem verbotenem Ausdauermittel Epo und Wachstumshormone versorgt. Als Drahtzieher hat Pettigrew seinen ehemaligen Trainer Trevor Graham belangt.
Michael Johnson muss zittern
Bereits einige Tage zuvor hatte Herida zugegeben, Pettigrew von 1997 bis 2001 mit Dopingsubstanzen versorgt zu haben. In dieser Zeit wurde der Sprinter dreimal Staffelweltmeister (1997, 1999, 2001), gewann in Sydney Olympiagold und stellte 1998 einen Weltrekord (2:54,20 Minuten) mit der Staffel auf. Indirekt betroffen ist Superstar Michael Johnson. Denn Johnson gehörte ebenfalls der Staffel an und muss wohl eine Annullierung der Ergebnisse in Kauf nehmen.
Graham droht lange Haftstrafe
Nun wird es für Trainer Graham eng. Denn der 44-jährige ist angeklagt, beim Balco-Skandal 2004 insgesamt dreimal gelogen zu haben. Zudem behauptet er felsenfest, mit Doping nichts am Hut gehabt zu haben und “Dealer” Herida nicht kennen zu wollen. Sollte sich das als falsch herausstellen, droht dem gebürtigen Jamaikaner eine saftige Strafe. Die Rede ist von 15 Jahren Haft und einer 750.000-Dollar-Geldstrafe.
Tim Montgomery steht Ärger ins Haus. Wegen Geldbetruges und Drogenhandels blüht dem ehemaligen Welt-Sprintstar eine mehrjährige Gefängnisstrafe.
Wenn es ganz hart kommt, muss der 36-jährige für 46 Monate hinter schwedische Gardinen. Doch was ist passiert? Im April 2006 gab Montgomery zu, 2005 in Straftaten verwickelt gewesen zu sein. Auch sein ehemaliger Trainer Steve Riddick soll mit im Boot gesessen haben. Und dieser wurde mit einer fünfjährigen Gefängnisstrafe und 375.000-Dollar-Geldstrafe belangt.
Marion Jones involviert
Aber auch seine ehemalige Freundin Marion Jones war in die Geschichte involviert. Sie gab im vergangenen Jahr zu, Untersuchungsbehörden wegen der Geldwäsche und dem Scheckbetrug angelogen zu haben. Für diesen Meineid wanderte die einst schnellste Frau der Welt ins Gefängnis. Zurzeit verbüßt sie in Texas ihre sechsmonatige Haftstrafe.
Montogery handelte mit Heroin
Doch Montogomery hat noch mehr Dreck am stecken. Wie die us-amerikanische Zeitung “Virginia Post” berichtet, soll er mit Heroin gehandelt haben. Insgesamt 100 Gramm soll der einstige Sprintstar verkauft haben. Vor knapp vier Wochen wurde er Montgomery deswegen verhaftet und sitzt seitdem in Haft.
Hier das Video über den 100-m-Weltrekord: