Guter Einstand von Asafa Powell. Der Jamaikaner, der erst vor drei Wochen seinen Weltrekord über die 100 Meter verloren hatte, lief bei den nationalen Meisterschaften von Trinidad und Tobago in Port of Spain 9,96 Sekunden. Für den Gaststarter war es sein erster Lauf in dieser Saison.
Die jamaikanischen Sprintstars sorgen derzeit weiter für positive Schlagzeilen. Nachdem Usain Bolt erst Anfang des Monats einen neuen Weltrekord über die 100 Meter aufstellte, konnte nun seine Landsfrau Veronica Campbell-Brown über die gleiche Distanz für eine Weltjahresbestzeit sorgen.
Die 26-Jährige lief in Clermont/Florida mit 10,88 Sekunden im Vorlauf die schnellste Zeit seit zwei Jahren und stieg damit in den Kreis der Mitfavoriten für die Olympischen Sommerspiele auf. Zudem hat sich die Weltmeisterin an die Spitze der Weltrangliste gesetzt.
Michael Johnson hat seine Konsequenzen gezogen. Der fünfmalige Olympiasieger kann seinerseits gut auf die Goldmedaille der 4×400-m-Staffel von 2000 verzichten und will sie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zurückschicken.
Grund für seinen Entschluss ist das Doping-Geständnis von Antonio Pettigrew, der in Sydney an Johnson’s Seite die Goldene gewann. “Ich weiß, dass diese Medaille nicht unter fairen Umständen gewonnen wurde und schmutzig ist. Ich fühle mich belogen, betrogen und im Stich gelassen”, schrieb der Weltrekordhalter über 200- und 400-Meter in der englischen Tageszeitung “Daily Telegraph”.
“Ich war naiv”
Der 40-Jährige wolle die Medaille nicht mehr länger im selben Schrank liegen lassen, mit all den anderen, die er im Laufe seiner einzigartigen Karriere gewonnen hat. Aber Johnson übt auch Selbstkritik. Er räumte ein, bei der Verteidigung des Sports gegenüber Doping in den letzten Jahren “naiv” gewesen zu sein.
Umso mehr zollt ihm der Internationale Leichtathletik Verband, IAAF, Respekt. “Mit diesem mutigen Schritt hat Michael eine wichtige Botschaft über die Stellung des Dopings im Sport vermittelt. Michael hat das richtige getan”, sagte IAAF-Sprecher Nick Davies.
Hut ab vor Michael Johnson. Bleibt nur zu Hoffen, dass weitere Athleten seinem Beispiel folgen.
Im Allgemeinen verbindet man mit Jamaika eine entspannte Lebensweise, in der es auch mal ruhig zur Sache geht. Für Usain Bolt gilt das aber bei weitem nicht. Denn der Jamaikaner ist neuer Weltrekordhalter über die 100-m-Distanz.
Bei einem Leichtathletik-Meeting in New York kam der 21-Jährige nach 9,72 Sekunden ins Ziel. Damit hat er die alte Bestmarke von seinem Landsmann Asafa Powell (9,74 Sekunden) um zwei Hundertstel unterboten.
Bedeutungsloser Rekord
Doch von Euphorie keine Spur. “Dieser Rekord bedeutet mir nichts, wenn ich nicht auch Olympia-Gold gewinne”, posaunte Bolt nach seiner starken Vorstellung um sich dann aber dennoch ein klein wenig zu freuen. “Ich wollte gar nicht Weltrekord laufen. Aber jetzt habe ich ihn, und gut.” Die Umstände waren bei der leicht regennassen Tartanbahn im Icahn-Stadion nicht die besten, doch das störte Bolt wenig.
Rekord für Jamaikaner
Die unterlegenen Konkurrenten konnten ihm dagegen nur gratulieren. “Er ist ein perfektes Rennen gelaufen”, sagte beispielsweise Tyson Gay, der seinerseits mit einer starken Leistung und 9,85 Sekunden den zweiten Platz holte. Dabei gilt Bolt mit einer Körpergröße von 1,96 Meter nicht unbedingt als typischer Sprinter. Umso überraschender ist seine Leistung. Bolt wollte anschließend seinen Weltrekord mit seinen Landsmännern feiern. “Ich wusste, dass viele Jamaikaner hier sein werden. Ich wollte ihnen nur das geben, worauf sie gewartet haben.”
Weltjahresbestzeit bei den Frauen
Für den perfekten jamaikanischen Abend in der US-Metropole sorgte Veronica Campbell-Brown. Sie lief in der Frauenkonkurrenz mit 10,91 Sekunden eine neue Weltjahresbestzeit über 100 Meter. Damit ist das Duo wohl gleich in die Favoritenrolle auf Olympia-Gold gesprintet.
Hier der Fabellauf von Usain Bolt:
Justin Gatlin zeigt Kampfgeist. Um doch noch an denSommerspielen teilzunehmen, zieht der Olympiasieger alle Register. Zurzeit ist der Sprinter noch wegen Dopings gesperrt, doch sein Anwalt will vor dem Internationalen Sportgerichtsho (CAS) Widerspruch einlegen. Denn als Gatlin für vier Jahre gesperrt wurde, wurde ein früherer Dopingfall des US-Amerikaners nicht berücksichtigt.
“Wir werden den CAS ersuchen, den positiven Test von 2001 nicht erschwerend hinzurechnen, wenn es um den Fall von 2006 geht”, sagte Maurice Suh. Der CAS wird seinerseits Ende Mai über den Einspruch von Gatlin entscheiden. Vor fast genau zwei Jahren wurde er für vier Jahre gesperrt.
Gatlin erhofft Zwei-Jahres-Reduzierung
Dabei hofft Gatlin, dass die Sperre auf zwei Jahre reduziert wird. Sollte dies eintreffen, hätte er tatsächlich noch Chancen, an der Olympiade teilzunehmen. Vorausgesetzt er kann sich bei den US-Ausscheidungen durchsetzen. Zu Beginn des Jahres hatte ein Schiedsgericht bereits die anberaumte Sperre von acht Jahren auf die Hälfte reduziert. Doch der Weltverband IAAF ist davon wenig begeistert. Entsprechend liegt ein Einspruch vor, die alte Strafe wieder in Kraft zu setzen.
Wiederholungstäter Gatlin
Die Ansichten der IAAF sind nicht grundlos. Schließlich ist Gatlin, der im April 2006 positiv auf Testosteron getestet wurde, ein Wiederholungstäter. 2001 wurde er im Alter von 19 Jahren bei den US-Juniorenmeisterschaften mit Amphetaminen erwischt und mit einer Zwei-Jahres-Sperre bestraft.
Eine Olmpia-Teilnahme Gatlins wäre nicht die beste Werbung für einen saubern Sport.
Hier ein Video über Sprintstar Gatlin:
Tim Montgomery steht Ärger ins Haus. Wegen Geldbetruges und Drogenhandels blüht dem ehemaligen Welt-Sprintstar eine mehrjährige Gefängnisstrafe.
Wenn es ganz hart kommt, muss der 36-jährige für 46 Monate hinter schwedische Gardinen. Doch was ist passiert? Im April 2006 gab Montgomery zu, 2005 in Straftaten verwickelt gewesen zu sein. Auch sein ehemaliger Trainer Steve Riddick soll mit im Boot gesessen haben. Und dieser wurde mit einer fünfjährigen Gefängnisstrafe und 375.000-Dollar-Geldstrafe belangt.
Marion Jones involviert
Aber auch seine ehemalige Freundin Marion Jones war in die Geschichte involviert. Sie gab im vergangenen Jahr zu, Untersuchungsbehörden wegen der Geldwäsche und dem Scheckbetrug angelogen zu haben. Für diesen Meineid wanderte die einst schnellste Frau der Welt ins Gefängnis. Zurzeit verbüßt sie in Texas ihre sechsmonatige Haftstrafe.
Montogery handelte mit Heroin
Doch Montogomery hat noch mehr Dreck am stecken. Wie die us-amerikanische Zeitung “Virginia Post” berichtet, soll er mit Heroin gehandelt haben. Insgesamt 100 Gramm soll der einstige Sprintstar verkauft haben. Vor knapp vier Wochen wurde er Montgomery deswegen verhaftet und sitzt seitdem in Haft.
Hier das Video über den 100-m-Weltrekord:
Einer der schillerndsten Leichtathleten der vergangenen Jahre hat gestern bei einem Besuch der olympischen Stätten in Peking seinen Rücktritt vom aktiven Sport erklärt – Maurice Greene. Der zweifache Olympiasieger gab mentale Probleme und die andauernde Verletzungsanfälligkeit als Grund für den Rücktritt an.
Greene erblickte 1974 in Kansas City das Licht der Welt und begann seine aktive Karriere bei den Weltmeisterschaften 1995 in Göteborg (Schweden). Allerdings verliefen die ersten beiden Jahre seiner Karriere alles andere als erfolgreich,
denn weder bei den Weltmeisterschaften 1995 noch bei den Olympischen Spielen in Atlanta konnte er in Erscheinung treten. Mit seinem Sieg auf der 100-Meter Distanz bei der Leichtathletik-WM in Athen 1997 begann der Stern des Maurice Greene zu leuchten. In den folgenden Jahren sollte er das Geschehen auf den 100 Metern über lange Zeit dominieren wie einst nur Carl Lewis gelungen war.
Bei den Olympischen Spielen in Sydney holte Greene die Goldmedaille über die 100 Meter sowie in der 4 x 100-Meter-Staffel. 2004, bei den Spielen in Athen wurde er allerdings nur noch Dritter und errang mit der Staffel die Silbermedaille. Besonders erfolgreich war Greene bei Weltmeisterschaften. Er siegte über die 100 Meter 1997 in Athen, 1999 in Sevilla und 2001 in Edmonton, über die 200 Meter 1999 in Sevilla sowie an gleicher Stelle mit der Staffel. Bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Maebashi 1999 gewann Greene über die 60 Meter.
Die Krönung seiner aktiven Karriere war der Weltrekord über die 100 Meter aus dem Jahr 1999. Bei einem Meeting in Athen lief Greene die Strecke in 9,79 Sekunden. Dieses hielt er bis ins Jahr 2005, als er von Asafa Powell unterboten wurde.
Künftig möchte Greene als Trainer im Leichtathletik-Zirkus tätig sein. In Erinnerung bleibt ein beeindruckender 100-Meter-Sprinter, der über ein Jahrzehnt lang diese Strecke mit seinen Leistungen bereicherte.